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Zusammenarbeit Amerika Haus und NS-Dokuzentrum

Eine Schließung des Amerika Hauses würde nicht nur eine bedeutende Geschichte beenden. Vor allem würden auch großartige Zukunftschancen für die Kulturlandschaft München unwiederruflich verpasst.

Darunter ist die Kooperation mit dem entstehenden NS-Dokuzentrum von besonderer Wichtigkeit.

Offensichtlich ist der inhaltliche Zusammenhang. Denn das Amerika Haus steht für die Überwindung des Nationalsozialismus und die Demokratisierung Bayerns.

Vor allem geht es aber um eine praktische Zusammenarbeit. Das Dokuzentrum hat Raummangel. Größere Veranstaltungen können dort nicht stattfinden. Deshalb wurde die mögliche Nutzung der großen Veranstaltungsräume des Amerika Hauses schon in der Planungsphase mit einbezogen. Tatsächlich haben bei uns in den letzten Jahren schon drei wichtige Veranstaltungen des Dokuzentrums mit jeweils über 500 Besuchern stattgefunden. Ohne Frage sind der Erhalt des Amerika Hauses und dessen Renovierung von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Dokuzentrums.

Der Münchner Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers hat sich klar zu verpassten Zukunftschancen bei einer Schließung des Amerika Hauses geäußert: „Wir sind enttäuscht, dass es an dieser Stelle nicht mehr sein soll. Ich habe die Hoffnung aber nicht aufgegeben, dass es an seinem Platz bleibt – und dass das NS-Dokuzentrum und das Amerikahaus in Zukunft eng zusammenarbeiten können.“

Wir bleiben mindestens bis Ende 2013 und kämpfen weiter – Zwischenstand

Nach der großartigen Demo am 15. Juni 2012, bei der über 600 Münchner Bürger das Amerika Haus umarmten, gab es ein Gespräch mit Staatsminister Kreuzer in der Staatskanzlei. Das Ergebnis war die Vereinbarung, dass das BAZ noch bis zum 31.12.2013 im Amerika Haus bleiben kann. Danach wird das Haus renoviert, die Arbeiten werden mindestens zwei Jahre dauern.
Das ist für uns ein wichtiger Zwischenerfolg. Denn nun bleibt uns nicht nur die Chance, weiter für den Erhalt des Hauses zu kämpfen, sondern vor allem auch unsere Arbeit fortzusetzen. Und darum geht es ja eigentlich. Ich bin sehr froh und dankbar, dass alle unsere MitarbeiterInnen trotz der anhaltenden Unsicherheit mit voller Energie und Enthusiasmus weiterarbeiten. Die überwältigende Unterstützung, die wir von wirklich allen Seiten erfahren, spornt uns an.
Die Staatsregierung möchte die Arbeit des BAZ fortsetzen und sogar erweitern. Wir begrüßen das sehr und freuen uns auf die Planungsgespräche. Aber es bleibt dabei: diese internationale Arbeit der Völkerverständigung muss im Amerika Haus stattfinden, es gibt keinen idealeren Ort. Dagegen haben wir noch nicht einen zwingenden Grund gehört, warum die acatech ausgerechnet hier residieren muss.
In diesem Kampf werden wir nicht nachlassen. Wir dürfen es auch gar nicht, weil ganz München inzwischen von uns erwartet, alles dafür zu tun, dass dieses wertvolle Haus für alle Bürger offen gehalten wird und nicht zu einem repräsentativen Bürohaus verhunzt wird.

Landtag ringt um das Amerika Haus – Seehofer: Verlust von acatech an Berlin wäre “tollpatschig”

Im Landtag wird die Schließung des Amerika Hauses immer wieder neu diskutiert. Es bleibt ein großes politisches Problem für die Staatsregierung. Gestern fanden Dringlichkeitsanträge der Opposition zwar keine Mehrheit. Doch die Regierungskoalition reichte ihrerseits einen Antrag ein, der deutlich zeigte, dass viele Mitglieder der CSU-Fraktion, auch wenn sie nicht mit der Opposition stimmten, ausgesprochen unglücklich über die Entscheidung der Staatsregierung sind. Die Staatsregierung wurde aufgefordert, Bericht zu erstatten, wie das Bayerisch-Amerikanische Zentrum im Amerika Haus München e.V. erhalten und die acatech dennoch in München angesiedelt werden kann.
Ministerpräsident Seehofer sah sich genötigt, seine Entscheidung erneut zu verteidigen, tat dies aber nicht vor dem Plenum. Er betonte, dass München die acatech nicht an Berlin verlieren dürfe, ‚weil wir uns so tollpatschig anstellen‘.

Münchner Ehrenbürger und OB Ude im Amerika Haus

Am Freitag bekam das Amerika Haus hohen Besuch: auf Einladung von Oberbürgermeister Christian Ude hatten Münchner Ehrenbürger an einer Tour zu wichtigen Bauten in München teilgenommen. Letzte Station war das Amerika Haus. Bei uns zu Gast waren Frau Charlotte Knobloch, Alt-OB Hans-Jochen Vogel und der ehemalige Präsident der TU Otto Meitinger. Franz Simm, einer der beiden Architekten des Amerika Hauses, erläuterte den demokratischen und offenen Sinn der Architektur.
Es war ein faszinierendes Gespräch, bei dem die Gäste kein Hehl daraus machten, was sie von der Entscheidung der Staatsregierung, das Amerika Haus an die acatech zu übergeben hielten. Zu hören waren Zorn und Fassungslosigkeit und der feste Wille, alles daran zu tun, dass diese Entscheidung nicht umgesetzt wird. OB Ude hob noch einmal hervor, dass er die acatech nicht für eine akademische Instution hielte sondern lediglich für eine Lobbyorganisation der deutschen Industrie, die kein Anrecht auf den symbolträchtigen Bau habe.

Seehofer Rede: Amerika Haus als Markenzeichen für acatech

Ministerpräsident Seehofer hielt vor dem Senat der acatech eine Rede, in der er die acatech erneut davon überzeugen wollte, nicht nach Berlin zu gehen. „Mit Ihrem künftigen Domizil am Karolinenplatz sind Sie sichtbares Markenzeichen im Herzen Bayerns. Eine bessere Werbung für unseren exzellenten Forschungsstandort kann ich mir nicht vorstellen!“. Aus der Rede geht deutlich hervor, dass in der Staatsregierung offenbar weiter die Befürchtung besteht, die acatech könnte nach Berlin abwandern.

“Schacher ums Amerika Haus – Provinzposse!” – Wilhelm Christbaum im Münchner Merkur

Christbaum kritisiert scharf die Haltung der acatech, die seit Monaten stillschweigend oder wohlwollend der Vertreibung des BAZ aus dem Amerika Haus zusehe. Er fragt: “Soll das die feine Art unserer akademischen und wirtschaflichen Elite sein?”

Aktion „Die Münchner umarmen das Amerika Haus“ am 15. Juni um 15:00 Uhr

Aufruf vom Amerika Haus Verein und dem Bezirksausschuss Maxvorstadt:

„Jeder Münchner kennt und schätzt das Amerika Haus. Seit über 60 Jahren ist es ein Ort für Kultur, Politik, Kunst, zum Lernen, Lesen, Diskutieren.
Jetzt soll das Amerika Haus einfach dicht gemacht und nach einer mit Steuergeldern finanzierten teuren Renovierung der Deutschen Akademie der Technikwissen- schaften (acatech) mietfrei als Bürohaus überlassen werden.

Damit die Münchner ihr Amerika Haus behalten, treffen sich alle zur Umarmung des Hauses am Freitag, 15. Juni 2012, 15:00 Uhr, Karolinenplatz 3.

Mehr Informationen auf www.amerikahausverein.de und aktuell auf facebook


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